Dienstag, 28. Februar 2012

Über Deleuze, den Wunsch und traurige Gummistiefel



"Eigentlich wollten wir etwas ganz Einfaches sagen", sagt Gilles Deleuze hier mit einem verschmitzten Lächeln über das, was er im Anti-Ödipus  über den Wunsch geschrieben hat...
Als ich das gerade hörte, musste ich laut lachen. Ich habe meine Magisterprüfung über Deleuzes Buch "Differenz und Wiederholung" gemacht, und dieses 377-seitige Buchmonster einmal ganz von vorne bis hinten durchgelesen, ohne ein einziges Wort zu verstehen. Aus irgendeinem Grund schwante mir aber bei diesem fassungslosen ersten Durchgang schon, dass dieses Buch mein Leben verändern würde, wenn ich nur verstehen könnte, worum es ging... Und so war es dann auch. Nie wieder hat mich ein Denker so berauscht wie Deleuze. Und jedes Mal - so wie heute Morgen -, wenn ich meine Gummistiefel anziehe, muss ich daran denken, dass er in Gummistiefeln aus dem Fenster gesprungen ist, und dann werde ich ganz traurig und schaue mir Videos von ihm an.

Mittwoch, 22. Februar 2012

I'm in love...


Falls Sie der Herr sind, dem diese Wohnung gehört, könnten Sie sich vielleicht möglichst schnell bei mir melden? Ich will Sie heiraten oder so was in der Art. Oder vielleicht könnten Sie vorher noch ein oder zwei der Bücher unten links herausziehen, damit ich Sie einmal kurz sehen kann, bevor - obwohl, nein: unbesehen, vollkommen unbesehen.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Rotes Sofa in der Tucholskystraße


Vor allem auf den Verleger, der seine wunderschönen, schlauen Bücher nur in fünf Buchhandlungen verkauft und selbst druckt und alle Exemplare handsignieren lässt und nicht weiß, was er machen soll, falls sich doch mal eins öfter verkauft hat, freue ich mich sehr...

Sonntag, 26. Februar, 19.00 in der Tucholsky-Buchhandlung  

B-Mix-Show - das crossmediale Haupstadtprojekt zum Mitdenken in der Buchhandlung! 
Eintritt frei
Live-Aufzeichnung der Sendung für Alex TV:  
Auf dem roten Sofa der Tucholsky-Buchhandlung sind zu Gast: 
Autorin Annika Reich die schreiben wollte, seit sie denken kann, 
Verleger Marc Berger, dessen Bücher es nur in 5 Buchhandlungen in Berlin gibt,
den Autor und Blogger M. Bobby Rafiq, der über seinen Buchstabenfetisch spricht - 
und viele mehr. 
Lesen und lesen lassen! 
Live und in Farbe und moderiert von 
Miriam Janke und Christian Stahl. 
Mehr Infos unter: www.b-mix.de.
 Anmelden bitte unter:   
 
Tucholsky Buchhandlung
Tucholskystr. 47
10117 Berlin
030/27577663
kurt@buchhandlung-tucholsky.de

Mittwoch, 15. Februar 2012

SEO




Eine kahle, weiße Wand. Bunte Stromkabel. Eine Glühbirne. Keine Papiercollagen, kein Acryl. Photographien.
Radikaler könnte der Bruch, den der neue Zyklus personal evolution der Koreanischen Künstlerin SEO mit ihrem bisherigen Werk darstellt, auf den ersten Blick nicht erscheinen.
Denn die in Berlin lebende SEO ist international bekannt für ihre expressiven Collagen, die Landschaften, Menschen, Kriegsgeschehen und abstrakte Farbstrudel zeigen. Collagen, für die sie Hunderte von Hanji-Reispapieren zerreißt, verklebt und übermalt. Arbeiten, die als romantisch-gegenständlich, surreal, farbenfroh, rätselhaft, spirituell und verträumt beschrieben werden. Alle bisherigen Bilder haben etwas Überbordendes und Verführerisches, das es dem Betrachter offenlässt, ob er sie für ihre (vermeintlich offensichtliche) Schönheit, Tiefgründigkeit oder kunstfertige Raffinesse schätzt. Und jetzt die Glühbirne...

Das ist der Anfang meines Essays über SEO, der gerade auf Englisch und Spanisch in dem Kunstmagazin art.es erschienen ist.Wer mehr von SEO sehen möchte, sollte in ihre gerade eröffnete Ausstellung gehen (Galerie Michael Schultz Berlin in der Mommsenstraße 34). Dort zeigt SEO ihre Venedig Biennale- Installation und Leuchtkästen, die extra für die Ausstellung entstanden sind und genauso erstaunlich ihr bisheriges Werk fortführen wie die Glühbirne.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Wolken

Ich schreibe gerade an einem Text über Wolken für das Buch von Bettina Khano, das demnächst im Hatje Cantz Verlag erscheint.
Wussten Sie, dass man Wolken mit Silberjodid impfen kann, um Unwetter zu entschärfen? Finden Sie, dass "eine Wolke nur insofern eine Wolke ist, als sie die Ähnlichkeit mit sich selbst verliert" (J. Vogl)? Und kennen Sie jemanden, der schneller denkt als Joseph Vogl? Ich nicht. Hier spricht er über Wolken:

Montag, 6. Februar 2012

Buchpremiere

Heute erscheint 34 Meter über dem Meer...

Fünf Uhr war's, als ich heute Morgen aufgewacht bin. Gleich gehe ich mit einem ehemaligen Studenten und Freund von mir, den ich für diesen Roman als Gesprächspartner angestellt hatte, in die Buchläden, um zu sehen, ob die Erscheinung sichtbar und stapelförmig ist. "Wünschen ist ansteckend", sagt Ella zu Paul im Roman, und ich hoffe, das stimmt.

Eine Buchpremiere gibt es natürlich auch. Am 1. März um 20 Uhr im Roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Rainer Moritz vom Hamburger Literaturhaus moderiert. Ich freue mich sehr auf Ihr und Euer Kommen!

In Berlin lese ich noch zweimal: in der autorenbuchhandlung in Charlottenburg und der Tucholsky Buchhandlung in Mitte (Termine folgen).

Und auch diese Lesungstermine stehen schon fest:

Leipzig liest

17. März 2012 19 Uhr
kunZ von kaufungen
Karl-Schwarz-Str. 2, Leipzig

lit.COLOGNE

19. März 20 Uhr
Comedia Theater, Grüner Saal
Vondelstraße 4–8, Köln
Moderation: Sabine Scholt

Lesung bei Lehmkuhl

18. April 20 Uhr
Buchhandlung Lehmkuhl
Leopoldstr., 80802 München

Lesung in der Tucholsky Buchhandlung

24. April 20 Uhr
Tucholskystraße, 10115 Berlin

Samstag, 4. Februar 2012

Herbert liest!

Herbert Grieshop (der Herr mit Brille und grünem Pullover -so sieht er übrigens immer aus, deswegen hat er sich auch für den Film nicht extra umgezogen...) ist mein bester Freund. Allein deswegen würde ich dieses Post am liebsten so zum Leuchten bringen, dass sich Ihr Bildschirm wölbt. Aber das ist es natürlich nicht allein: Herbert kann wie kaum ein anderer über Bücher sprechen.
Ich gebe nicht einen meiner Texte zum Verlag, bevor er nicht durch Herberts Hände gegangen ist. Oft mag er nicht, was ich schreibe, manchmal schreibt er mir regelrecht wüste Kommentare neben meine halbfertigen Texte, ("Handke-Kitsch!" "Siri, halt jetzt endlich die Klappe!"), wobei ich natürlich "Handke-Kitsch!" als großes Kompliment empfinde, was nur wieder die Unterschiedlichkeit unseres Literaturgeschmacks unterstreicht...
Aber dann erklärt er mir mein Schreiben auf eine Art und Weise, die wie eine Negativfolie wirkt, anhand der ich meinen Text noch einmal ganz anders erkennen kann. Wölbt sich Ihr Bildschirm schon? Meiner ja. Vorhang auf für die erste Folge von: "Herbert liest!"


Donnerstag, 2. Februar 2012

Zehnseiten

Am Montag erscheint mein neuer Roman... und wer möchte, kann ab jetzt schon mal reinhören:



http://youtu.be/DYu4cHKKDAo
 oder in voller Länge auf www.zehnseiten.de

Mittwoch, 1. Februar 2012

Nach "Literatur im Foyer"


Marion Brasch und ich erleichtert nach der Aufzeichnung von "Literatur im Foyer". Das Gespräch mit Felicitas von Lovenberg war sehr schön und verging wie im Flug, von mir aus hätte es noch eine Stunde so weitergehen können...

Der Herr in unserer Mitte ist übrigens Oliver Vogel, Programmleiter beim Fischer Verlag, und er schaut wahrscheinlich deswegen so skeptisch, weil mir die SWR-Maske einen Haarsprayhelm aufgesetzt hatte, und er gerade überlegt, wie er mir am besten schonend beibringen kann, dass es nun langsam an der Zeit wäre, ihn wieder abzusetzen. Den Silbertopf samt orangener Blume hat er übrigens extra für Sie ins Bild gerückt.