Mittwoch, 7. März 2012

Wie ich auf Horowitz gekommen bin...

Während meiner Buchpremiere im Roten Salon ist mir wieder eingefallen, wie ich auf die Idee von Horowitz, dem Meeresforscher aus meinem neuen Roman, gekommen bin.
Denn genau dort hatte sich Bernhard Siegert (Uni Weimar) nach einem grandiosen Meeres-Vortrag bei mir beklagt, dass es keine großen Meeres-Romane gebe. Ich solle doch mal einen schreiben, sagte er dann, aber einen richtigen mit Freibeutern, Walfang, Stürmen, Schiffbrüchen usw.... Als ich nicht sofort antwortete, schaute er mich skeptisch von der Seite an und sagte: "Schreib jetzt bloß keinen Roman über jemanden, der nur übers Meer nachdenkt!" Und da dachte ich mir: das ist es - ich schreibe ein Buch über jemanden, der sein ganzes Leben nur übers Meer nachdenkt, ohne je am Meer gewesen zu sein. Horowitz eben.

Kommentare:

  1. Jörg Braunsdorf9. März 2012 um 12:07

    Den Horowitz würde ich im echten Leben gerne kennenlernen, eine grandiose literarische Figur!

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  2. Die Initialzündung von Bernhard Siegert habe ich dann noch mit einer Recherche zu meinen verehrten Größenwahnsinnigen gekreuzt: Skrjabin, Strindberg, Nietzsche etc... und einer Spezies, die ich bei dem Autor Markus Krajewski gefunden habe: den Projektemacher. Meyers Großes Konversations-Lexikon von 1908 charakterisiert ihn als einen, der "sich im Entwerfen neuer, meist unausführbarer Pläne gefällt." Und dann hat er sich verselbstständigt...

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